Konzeption

1. Was uns trägt

Die Kindertagesstätte „Am Wall“ in Alzey ist eine Einrichtung der Evangelischen Kirchengemeinde Alzey.
„Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) versteht ihre Kindertagesstättenarbeit als einen im Evangelium von Jesus Christus begründeten Dienst an Kindern, an Familien und an der Gesellschaft. Der eigenständige Bildungsauftrag der Kindertagesstätte, die die Erziehung des Kindes in der Familie ergänzt und unterstützt, wird entsprechend der geltenden staatlichen Ordnung durchgeführt:“1
Die Kindertagesstätte nimmt mit ihrem Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsangebot Rücksicht auf die Erfordernisse der Familien. Sie ist eine Begegnungsstätte für Kinder unterschiedlicher sozialer Herkunft und deren Familien. Kinder aller Nationalitäten und religiösen Überzeugungen sind willkommen. Die Einrichtung steht im Rahmen ihrer Möglichkeiten Kindern mit Behinderungen offen. Insofern leben wir hier Inklusion.
Die Kindertagesstätte in der Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Alzey ist ein Ort, in dem der evangelische Glaube vermittelt und gelebt wird. Dies geschieht durch die Feier von Gottesdiensten, christlichen Festen, religiöse Unterweisung, Gebet und das Aufgreifen biblischer und religiöser Motive in der pädagogischen Arbeit.


In unseren beiden Kindertagesstätten werden Anliegen anderer Religionen berücksichtigt, sofern sie nicht im Widerspruch zu christlichen oder staatlichen Normen und Überzeugungen stehen. Die Einbindung in die Gemeinde erfolgt durch die Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand und dem zuständigen Pfarrer oder der Pfarrerin sowie den anderen Organen der Gemeinde und der Diakonie. Der Elternbeirat ist in diese Zusammenarbeit eingebunden. Bei wichtigen Veranstaltungen der Kindertagesstätte ist die Gemeinde präsent, vertreten durch Mitglieder des Kirchenvorstandes und die Pfarrer und Pfarrerinnen. Für alle Anliegen der Kinder, der Eltern, der Erzieherinnen und Erzieher sowie der Leitung der Kindertagesstätten stehen Kirchenvorstand, Pfarrer und Pfarrerinnen zur Verfügung. Der Kirchenvorstand trägt in Zusammenarbeit mit der Leitung und den Erzieherinnen Sorge für die ständige konzeptionelle Weiterentwicklung der Einrichtung.

Der Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Alzey.

2. Grundsätzliches

Rechtliche Grundlagen

Es ist Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe, in Ergänzung und Unterstützung der Familie durch Angebote in Kindergärten, Horten, Krippen und anderen Tageseinrichtungen für Kinder (Kindertagesstätten) sowie in der Kindertagespflege die Entwicklung von Kindern zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Menschen zu fördern. Der Förderauftrag umfasst die Betreuung, Erziehung und Bildung des Kindes. Die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe gewährleisten die Erfüllung dieses Auftrags als Pflichtaufgabe der Selbstverwaltung. Folgende Bestimmungen sind maßgebend:
Kindergärten sind allgemeine Bildungs- und Erziehungseinrichtungen vorwiegend für Kinder vom vollendeten zweiten Lebensjahr bis zum Schuleintritt. Bei Bedarf sollen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass auch Kinder anderer Altersgruppen aufgenommen werden können (vgl. Kindertagesstättengesetz, Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, 2009; §1).

Trägerschaft

Träger der evangelischen Kindertagesstätte „Am Wall“ ist die evangelische Kirchengemeinde Alzey. Für die im Jahre 1968 erbaute Einrichtung liegt derzeit eine Betriebserlaubnis für 65 Kinder in drei Gruppen vor: zwei Regelgruppen und eine kleine Altersmischung.
Jungen und Mädchen müssen bei der Aufnahme mindestens 1 Jahr und 9 Monate alt sein.
Es stehen bis zu 24 Ganztagsplätze zur Verfügung, die an berufstätige Eltern vergeben werden. Ein Anspruch darauf besteht nicht.


In der Stadt Alzey gibt es eine weitere evangelische Kindertagesstätte im Martin-Niemöller-Weg.

Die Lebenssituation unser Familie

Die Lebenssituationen der Familien prägen ganz wesentlich die Schwerpunkte unserer Arbeit. Der Großteil unserer Familien kommt aus dem Wohnbereich der Innenstadt. Die kulturellen, religiösen, sprachlichen und sozialen Hintergründe bilden eine große Vielfalt in unserer Einrichtung.

3. Jungen und Mädchen

Unser Leitsatz

Jedes Kind wird als individuelle Persönlichkeit wertschätzend angenommen. Die pädagogischen Fachkräfte begleiten, fördern und unterstützen jedes Kind bestmöglich in seiner Gesamtentwicklung.

Kindliche Bedürfnisse und kindliche Entwicklung

Wir wissen als pädagogische Fachkräfte um die kindlichen Bedürfnisse und verfügen über entwicklungspsychologische Kenntnisse, die sich in unserer täglichen Arbeit widerspiegeln.

Für jedes Kind ist es nötig, dass seine Grundbedürfnisse befriedigt werden, damit es sich zu einem psychisch gesunden Menschen entwickeln kann. Nur so kann ermöglicht werden, dass jeder als Teil der Gesellschaft aktiv beteiligt, emotional stabil und sozial eingebunden ist.

Schwerpunkte unserer Arbeit

Individualität und Vielfalt

Jeder Junge und jedes Mädchen hat eine eigene Persönlichkeit und einen individuellen Hintergrund.
Jedes Kind wird mit seinem aktuellen Entwicklungsstand von uns wahrgenommen und angenommen.

Der Reichtum an kulturellen, religiösen, sozialen und familiären Unterschieden bei den Jungen und Mädchen, die sich in unserer Kita begegnen, ist gleichzeitig Aufgabe und Chance für uns.

Umsetzung im Alltag

Im Alltag haben die Jungen und Mädchen unserer altersgemischten und multikulturellen Gruppen die Möglichkeit, ihre Interessen und Fähigkeiten zu entwickeln.

Im Stuhlkreis wird gesungen, erzählt, musiziert oder vorgelesen; es werden Kreis- oder Fingerspiele gemacht und es findet sich Zeit, sich als Großgruppe zusammen zu finden und Zusammengehörigkeit zu erleben.
Mal-, Bastel-, Bewegungs- und Spielangebote werden situationsorientiert im Kita-Alltag genutzt, um den Kindern Raum zu geben, sich selbst zu erleben und auszuprobieren. Zu spezifischen Themen finden gruppeninterne und gruppenübergreifende Projekte statt.

Für unsere Vorschulkinder, die wir „Sternschnuppen“ nennen, werden regelmäßig spezifische Vorschul-Projekte angeboten. Hierbei ist die Zusammenarbeit mit den Grundschulen unserer Stadt ein Schwerpunkt.

Die individuelle Entwicklung unserer Kinder wird in Portfolios und Entwicklungsbögen regelmäßig dokumentiert.
Beim gezielten Beobachten werden einzelne Kinder wahrgenommen, auch Beziehungen, Freundschaften und die gesamte Gruppendynamik sind im Freispiel am deutlichsten sichtbar. Hier zeigen sich Stärken, Schwächen und Bedürfnisse der Kinder. Diese können aufgegriffen werden, z.B. durch Bestärkung oder Unterstützung. Doch auch passives Abwarten ist oft sinnvoll, um die Kinder in ihrer Beschäftigung nicht zu unterbrechen, sie durch eigene Konfliktlösungen Erfolge erleben zu lassen und ihnen das Ausloten der eigenen Grenzen zu ermöglichen.

Autonomie

Wir fördern und unterstützen die Kinder in dieser Entwicklung. Darum schaffen wir in unserer Kita Situationen, um Selbstständigkeit, Handlungsfähigkeit und Eigenverantwortlichkeit zu erleben und zu erproben. Die Kinder sollen sich ihrer selbst und ihrer Bedürfnisse bewusst sein, mitdenken, Entscheidungen treffen und lernen Verantwortung zu übernehmen. So spüren sie ihre Selbstwirksamkeit.

Große Bedeutung hat hierbei die Zeit des Freispiels. Jungen und Mädchen lernen und verarbeiten spielend, was für ihr Leben bedeutsam ist. Sie lernen in der Kita in einer pädagogisch gestalteten Umgebung sich selbst zu beschäftigen, miteinander zu spielen, zu kommunizieren, ihre Fähigkeiten zu entdecken und sie weiterzuentwickeln.

Umsetzung im Alltag

Im alltäglichen Miteinander versuchen wir Situationen zu ermöglichen, in denen die Kinder Mitbestimmung und Partizipation üben können. Sie gestalten den Alltag aktiv mit, indem sie zum Beispiel Spielmaterialien aussuchen und demokratisch ihr gemeinsames Gruppenfrühstück wählen.

Verantwortlichkeit üben die Kinder, indem sie kleine Aufgaben übernehmen und verpflichtet sind, Ordnung zu halten. Die älteren Kinder haben die Möglichkeit Patenschaften zu übernehmen und somit den neuen Kindern die Eingewöhnung zu erleichtern.

Die Vielfalt an Angeboten eröffnet den Jungen und Mädchen Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten.

Jeden Tag wird allen Kindern freie Spielzeit ermöglicht.
Unsere Gruppenräume sind so gestaltet, dass die Kinder sich mit verschiedenen Spielformen beschäftigen können. Jede Gruppe verfügt über Bereiche für Konstruktionsmaterial, für kreatives Wirken mit Bastelmaterialien, für Rollenspiele, für Bücher, Tischspiele, Puzzle etc. Spielmaterialien werden den Bedürfnissen und Interessen der Kinder entsprechend ausgewählt und ausgetauscht.

Bei dem Prozess sind wir aktive Beobachter, Ansprechpartner, Begleiter und sind zuständig für Impulse und die Einhaltung von Regeln und Fairness, auf Wunsch der Kinder aber auch Spielpartner. Das gemeinsame Spiel schafft Raum für Spaß, Vertrauen, Wertschätzung und Zusammengehörigkeitsgefühl. Nach Möglichkeit sollten Tempo, Dauer und Entwicklung des Spiels den Kindern vorbehalten bleiben.

Ein wichtiger Punkt in dem Streben nach Autonomie ist die Entwicklung eines eigenen Körperbewusstseins. Teil davon ist die Körperpflege. Wir achten darauf, dass die Kinder sich selbst die Hände waschen und dass sie lernen, den Toilettengang selbstständig zu bewältigen. Eine Übung, um ein gutes Körpergefühl und Selbstbewusstsein zu entwickeln, ist das An- und Ausziehen.

Regeln und Rituale

In der Kita verbringen die Jungen und Mädchen einen beträchtlichen Teil ihres Tages mit Menschen, die für ihr Leben bedeutsam sind. Um all den Erlebnissen in unserem Alltag einen deutlichen Rahmen zu verschaffen, sind Regeln und Rituale die wichtigste Basis. Aus ihnen erwächst die Stabilität und Sicherheit, die nötig ist, um sich zu entwickeln und zu wachsen.

Unsere Regeln und Rituale orientieren sich an den kindlichen Bedürfnissen und an den christlichen Werten. Es gilt für ihre Erhaltung und ihre Pflege zu sorgen, doch sollen auch Entwicklung und Veränderung stets ihren Platz haben.

Umsetzung im Alltag

Eine feste Tagesstruktur ist der Rahmen, in dem die Kinder ankommen, ihren Platz finden, sich orientieren und sich sicher fühlen können.

Jeder Tag beginnt mit der Begrüßung, verläuft mit einer Freispielphase, einer Frühstückszeit, dem Treffen im Stuhlkreis/Sitzkreis, der Freispielzeit im Außengelände und der Verabschiedung, wenn die Kinder wieder abgeholt werden. Für die Ganztagskinder, die im Kindergarten bleiben, findet dann das Mittagessen statt, die Schlaf- bzw. Ruhezeit und am Nachmittag das Freispiel.

Wir tragen Sorge für die Umgangsregeln im menschlichen Miteinander, damit die Kinder erfahren und erleben, wie wir in der Gesellschaft höflich und hilfsbereit miteinander umgehen.

Übergänge

Übergänge zwischen alten und neuen Lebenssituationen erlebt jeder Mensch individuell. Manche erleben sie als Krisen, andere hingegen als Chancen.
Der Bedeutung von Transitionen schenken wir deshalb besondere Aufmerksamkeit. Bewusst begleiten wir die Schritte der Jungen und Mädchen von der Familie in die Kita, innerhalb der Kita und in die Schule.

Umsetzung im Alltag

Wir unterstützen die Jungen und Mädchen solche Veränderungen positiv zu bewältigen und sie mit einem guten Gefühl anzunehmen. Besonders hilfreich sind Rituale, Gelassenheit und Geduld, um Übergänge zu erleichtern. Eine langsame Veränderung gibt Raum, um sich aktiv mit der neuen Situation auseinanderzusetzen. Hierfür haben wir individuelle Konzepte entwickelt und beziehen Väter und Mütter in die Prozesse mit ein. Grundlage unserer täglichen Arbeit ist der kontinuierliche und vertrauensvolle Austausch.

Sprache

Kinder lernen in ihrer Entdeckungsfreude miteinander und voneinander, agieren verbal, aber auch nonverbal.

Bei Jungen und Mädchen soll die Freude am Sprechen und Kommunizieren geweckt werden und erhalten bleiben. Wir schaffen Möglichkeiten für ihr Gespräch untereinander, wir beteiligen uns an ihrem Erleben, um mit ihnen im Gespräch zu sein und zu bleiben.
Wir begleiten, unterstützen und fördern die Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten der Jungen und Mädchen. Die Sprachvielfalt in unserer Kita schafft Kommunikationsmöglichkeiten, die wir aufgreifen, um Sprache als Mittel der Begegnung zu nutzen.

Bei allen Kindern soll die Sprache ganz besondere Beachtung finden. Sie wird in die Handlungen des Alltags eingebettet. Rhythmische Bewegungen und Singen sind für Jungen und Mädchen förderlich. Auch das von Sprache begleitete Handeln und das sprachliche Vorbild der Pädagogen sind von besonderer Bedeutung.

Umsetzung im Alltag

Im Kita-Alltag wird in verschiedenen Sprachen gesungen, vorgelesen und gespielt. In den Leseecken finden sich Bücher unterschiedlicher Kulturen und Sprachen.
Im Freispiel oder in angeleiteten Gesprächsrunden wird viel Raum zum Kommunizieren gelassen.
Wir unterstützen die kindliche Literacy-Entwicklung, beziehen Schrift und Druck in unseren Alltag ein. Symbole und Schriftzeichen finden sich in allen Räumen. Im Kinder-Büro probieren die Jungen und Mädchen verschiedenste Schreibmaterialien aus und machen erste Schreibversuche.
Um die kindliche Sprachkompetenz zu fördern, werden zusätzliche Sprachfördermaßnahmen angeboten, an denen Kinder mit entsprechendem Bedarf teilnehmen. Eine qualifizierte Sprachförderkraft gestaltet diese Angebote gruppenübergreifend. Regelmäßig treffen sich interessierte Jungen und Mädchen zum Trommeln mit einer geschulten Kraft.

Bewegung im Freien

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, der sie dazu antreibt, sich selbst kennenzulernen und sich weiterzuentwickeln.
Durch Bewegung, Spiel und Sport erwerben die Jungen und Mädchen Grundfähigkeiten wie Kraft, Ausdauer und Körperspannung, aber auch die Fähigkeit, Gefahren einschätzen zu können. Soziale Kompetenzen werden gestärkt und weiter ausgebaut.
Die heute weitreichende Einschränkung der Bewegungsräume und Bewegungszeiten unserer Kinder macht es umso dringender, Räume zu schaffen, die kindgerecht, natürlich und ansprechend gestaltet sind.

Die Liebe zur Natur und die Wertschätzung der Tier- und Pflanzenwelt ist uns ein zentrales Anliegen, um bei den Jungen und Mädchen Interesse zu wecken und ein Bewusstsein für den respektvollen Umgang zu schaffen.

Umsetzung im Alltag

Unsere Kita bietet mit ihrem naturnahen Außengelände Kindern den Freiraum, sich körperlich auszuprobieren. Das Gelände wurde 2008 dem Alters- und Entwicklungsstand von Kindergartenkindern entsprechend von einer Forschungsstelle für Spiel- und Freiraumgestaltung konzipiert und mit Unterstützung von freiwilligen Helfern angelegt.

Der Spielplatz unterteilt sich in verschiedene Erlebnisbereiche, die teils durch Wege, teils durch Bepflanzung voneinander getrennt sind. Viel Offenheit und auf dem gesamten Gelände ausreichend verteiltes Baum- und Buschwerk ermöglichen gleichzeitig natürliche Freiräume und Rückzugsmöglichkeiten.

Die Kinder können sich hier frei und uneingeschränkt bewegen. Beim gemeinsamen Klettern, Laufen und Toben entwickeln sie ihr motorisches, geistiges und seelisches Selbst.

Uns ist wichtig, die Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der Kinder zu stärken und zu erhalten. Darum verbringen wir jeden Tag und bei jeder Witterung freie Spielzeit an der frischen Luft.

Jungen und Mädchen können den Jahresverlauf und den Wachstumskreislauf beobachten und aktiv miterleben. Eine Kräuterschnecke und ein Gemüsebeet sind in das Gelände integriert. Hier dürfen die Kinder sich an der Pflege und Ernte beteiligen, sie können mit allen Sinnen Natur erleben und übernehmen Verantwortung bei der Gestaltung, Nutzung und Bewahrung des Außengeländes.

Unser Atrium bietet viel Raum für Begegnung und Freispiel, aber auch für Veranstaltungen, wie Gottesdienste, Feste und Aufführungen.

Die Kinder können sich in der Holzbaustelle mit Baumstämmen und Stöcken ausprobieren. Hier lassen sich eigene Ideen umsetzen und Klettergelegenheiten selbst konstruieren.

Im Sandspielbereich haben die Kinder das ganze Jahr über die Möglichkeit zu graben, zu bauen, zu matschen. Dazu gehören auch ein Wasserlauf und eine Wasserpumpe, die aus einer Zisterne gespeist wird.

Vielseitige Spielplatzgeräte wie Rutsche, Schaukel und Kletterlandschaft sind auf dem Außengelände verteilt. Großer Wert wurde darauf gelegt, dass alle Spielangebote gemeinschaftlich nutzbar sind.

Das Außengelände dient als Treffpunkt für alle Kinder der Kita. Hier ist Zeit für Erlebnisse im alters- und gruppenübergreifenden Rahmen.

Durch Spaziergänge und Ausflüge lernen die Kinder ihre nähere Umgebung kennen.

Eine Gruppe von bis zu 12 Jungen und Mädchen verbringt das ganze Jahr über regelmäßig einen Vormittag im Wald. Die Kinder beschäftigen sich zu den verschiedenen Jahreszeiten mit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt. Ein Mitarbeiter des ansässigen Forstamtes mit waldpädagogischer Ausbildung begleitet die Gruppe gelegentlich und unterstützt die inhaltliche und praktische Gestaltung.

4. Väter und Mütter

Unser Leitsatz

Die Vielfalt und Individualität der Väter und Mütter wird respektiert, um eine vertrauensvolle Basis zum Wohle der Kinder schaffen zu können.

Schwerpunkte unserer Arbeit

Kommunikation mit Familien

Wir bieten Informationsaustausch in vielfältiger Art und Weise an. Ein respektvolles Miteinander ist uns dabei sehr wichtig, denn nur so können wir eine gut funktionierende Kommunikation gewährleisten.
Schon bei der Anmeldung haben Eltern die Möglichkeit, die Räumlichkeiten und das Außengelände zu besichtigen und im Gespräch Einzelheiten zu erfahren.
Nach einer persönlichen Zustellung der Zusage werden sie zu einem Erstgespräch eingeladen, in dem ein Austausch über das aufzunehmende Kind stattfindet. Wichtige Informationen und Formulare werden weitergegeben und Fragen beantwortet. Wir nehmen uns für dieses erste Gespräch bewusst sehr viel Zeit und messen ihm große Bedeutung bei. Auch ein Termin für den Beginn der Eingewöhnung wird hier vereinbart. Dieser wichtige Prozess ist individuell gestaltet und die Bezugsperson nimmt aktiv am Geschehen teil.

Wir haben einen Begrüßungsdienst eingerichtet, um den Familien und den Mitarbeiter/innen einen guten Start in den Kita-Tag zu ermöglichen und um eine zentrale Anlaufstelle anzubieten. Vormittags in der Bringzeit bis 9.00 Uhr werden die Ankommenden von einem Mitarbeitenden begrüßt. Dieser ist auch zuständig für die Entgegennahme von Telefonaten, für die Weiterleitung von gegenseitigen Informationen und für die Beantwortung evtl. auftretender Fragen. Zweimal wöchentlich steht den Familien unsere „rollende Bibliothek“ zur Verfügung. Kinderbücher, Fachliteratur und Spiele können kostenlos ausgeliehen werden.
Wichtige Termine werden an der Infosäule und dem digitalen Bildschirm veröffentlicht. Zudem stellen wir den Familien regelmäßig Aktuelles und Termine, zum Teil mehrsprachig, zur Verfügung.
Während der Abholzeit am Mittag steht ein Mitarbeitender als Ansprechpartner im Flur bereit.
Kurze Anliegen der Väter und Mütter können in „Tür-und Angelgesprächen“ geklärt werden. Obwohl wir nicht immer die Möglichkeit haben, unmittelbar auf verschiedene Belange einzugehen, sind wir jederzeit ansprechbar. Um mehr Zeit für ein Gespräch zu haben, vereinbaren wir dann einen Termin.

Jährlich bieten wir ein Entwicklungsgespräch zeitnah zum Geburtstag jedes Kindes an. Ziel dieses Gespräches ist ein intensiver Austausch über die Entwicklung des Kindes in der Kita sowie in der Familie. Grundlage für diese Gespräche sind die Entwicklungsbögen und die gezielten Beobachtungen im Kita-Alltag. In regelmäßigen Abständen wird die Elternzufriedenheit ermittelt.
Mit unserem Beschwerdemanagement geben wir Familien ein Instrument an die Hand, das es ihnen ermöglicht, Anliegen in schriftlicher Form angemessen und zielführend einzureichen.

Die Entwicklung der Jungen und Mädchen liegt uns am Herzen. Deswegen sehen wir es als unsere Aufgabe an, Eltern auf einen auffälligen Entwicklungsstand ihres Kindes in einem Gespräch hinzuweisen. Gemeinsam werden Lösungsansätze erarbeitet. Im Sinne der Kinder und der Gemeinschaft in der Kindertagesstätte, ist eine konstruktive Zusammenarbeit unumgänglich.
Die Bereitschaft zu dieser Zusammenarbeit ist Grundlage zur Aufnahme und den Verbleib in der Evangelischen Kindertagesstätte.

Einbeziehung der Familien in den Kita-Alltag

Wir laden zu verschiedenen Feste und Feiern im ungezwungenen Rahmen ein, damit sich Eltern näher kennenlernen und ein Austausch zwischen ihnen stattfinden kann. Gäste sind herzlich willkommen.
Jährlich im Oktober findet eine Elternausschuss-Wahlwoche statt. Väter und Mütter, die sich bereiterklären im Elternausschuss mitzuwirken, werden zuvor in Form eines Aushangs vorgestellt. Der Elternausschuss ist ein wichtiges beratendes Bindeglied zwischen der Elternschaft, der Kita und dem Träger. In einem Rhythmus von sechs Wochen finden die Treffen, bei denen aktuelle Anliegen der Kita besprochen werden, statt. Die Protokolle werden ausgehängt.
Es besteht immer die Möglichkeit, die Arbeit in der Kita durch Ideen oder Material zu unterstützen. Bei vielen praktischen Dingen wie Streichen, Sandauswechseln, Begleitung bei Ausflügen und Ähnlichem sind wir auf die Hilfe von Eltern angewiesen.

Unterstützung der Familien

Angesichts der Vielfalt unserer Familien sind wir bestrebt, Eltern in den verschiedensten Bereichen zu begleiten. Darunter fallen auch die Entwicklungsgespräche und Berichte über den kindlichen Entwicklungsstand (z. B. auch nach der Schuluntersuchung). Mit deren Hilfe kann eventueller Entwicklungsbedarf erkannt werden, um eine möglichst frühe und individuelle Förderung in die Wege zu leiten.
Familienunterstützend wirken wir auch bei der Sauberkeitserziehung der Kinder mit.
Die gesunde Ernährung ergänzen wir durch tägliche Angebote von frischem Obst und Gemüse und Milch sowie das wöchentliche gemeinsame Frühstück.
Eine interkulturelle Fachkraft und ein Sozialarbeiter unterstützen vor allem die Familien mit Migrationshintergrund bzw. Fluchterfahrung.

In Ausnahmefällen können wir eine flexible Betreuungszeit im Rahmen unserer Öffnungszeiten und unserer Möglichkeiten anbieten (z.B. kurzfristige Über-Mittag-Betreuung).

5. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

Unser Leitsatz

Wir unterstützen uns als Team gegenseitig und gehen in einer offenen, wertschätzenden Art miteinander um. Das ist die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit.

Unser Team besteht aus gleichberechtigten Mitgliedern unterschiedlichen Alters, Geschlechts, Herkunft und Ausbildung. Alle Mitarbeiter verfügen über fundierte, theoretische und praktische pädagogische Kenntnisse und Fähigkeiten.

Schwerpunkte unserer Arbeit

Kommunikation im Team

Wichtige Instrumente der Kommunikation sind Gruppenteamsitzungen und Gesamtteamsitzungen. Hier werden Ideen gesammelt, weitergegeben und Regeln abgesprochen. Die Konzeption wird entwickelt bzw. weiterentwickelt, Beobachtungen werden besprochen und Informationen ausgetauscht. Bestehende Kommunikationsstrukturen werden ständig überprüft und durch regelmäßige Supervisionssitzungen des gesamten Teams unterstützt.

Aufgabenverteilung

Der Leitung obliegen unter anderem die Qualitätsentwicklung der Kita (§9a Kitagesetz) und die Repräsentation der Einrichtung in der Öffentlichkeit. Die Leitung ist das Hauptbindeglied zwischen Träger, Team und Eltern. Sie hat den Mitarbeitern gegenüber eine Fürsorgepflicht und ist verantwortlich für die administrativen Arbeiten.
Jeder Mitarbeiter bringt seine individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten in die Arbeit ein. Es besteht ein Fachleute-Prinzip, das heißt, jeder findet aufgrund seiner Ressourcen einen Platz im Team und übernimmt bestimmte Bereiche.

Spezielle Aufgaben in unserer Einrichtung haben die interkulturelle Fachkraft sowie Integrationskräfte.
Die interkulturelle Fachkraft und der Sozialarbeiter sind zuständig für die Integration der ausländischen Familien und ihrer Kinder in die Kita. Sie bringen aber gleichzeitig allen Kindern und Familien unterschiedliche Kulturen näher.

Je nach Bedarf arbeiten in der Kita Integrationskräfte, die zuständig sind für einzelne Kinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf. Die Integrationskräfte sind im Team eingebunden.

Praktikanten werden im Rahmen ihrer pädagogischen Ausbildung von dafür qualifizierten Mitarbeitern angeleitet. Es findet ein regelmäßiger Austausch statt und nach Möglichkeit nehmen sie an den Teamsitzungen teil.

Fortbildungen

Jeder Mitarbeiter nimmt regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen, sowie vorgeschriebenen Schulungen, teil. Die Themen der Fortbildungsveranstaltungen kann er sich nach seinem Fachgebiet und seinem Interesse selbst wählen. Ein- bis zweimal jährlich findet eine Teamfortbildung statt. Der Inhalt wird vom Team je nach aktuellem Anlass gemeinsam bestimmt.
Zusätzlich steht allen Mitarbeitern in der Kita Fachliteratur zur Verfügung.

6. Die Kindertages-
stätte als Teil der evangelischen Kirche

Unser Leitsatz

Durch gegenseitigen Respekt, Achtung und Rücksichtnahme möchten wir evangelische Werte leben und Kindern den christlichen Glauben näherbringen.

Die evangelische Kirchengemeinde als Träger

Die evangelische Kirchengemeinde Alzey ist für die konzeptionelle Ausrichtung der Kindertagesstätte zuständig.
Wir nehmen uns als Teil dieser Gemeinde wahr und stehen in regelmäßigem Austausch mit Pfarrern, der evangelischen Kindertagesstätte Martin-Niemöller-Weg, Gemeindebüro und Vertretern des Kirchenvorstandes.
Mitglieder des Vorstandes sind in der Einrichtung präsent und unterstützen das Team in unterschiedlichen Gremien und Projekten.


Es finden kontinuierlich Treffen in unterschiedlichen Zusammensetzungen statt.

Einmal im Quartal kommen die Leitungskräfte der beiden evangelischen Kitas und die jeweiligen Zuständigen des Kirchenvorstandes zusammen, um die Belange der Einrichtungen zu besprechen.

Schwerpunkte unserer Arbeit

Werte

Wir leben in der Kita evangelische Werte und sehen in unserer Einrichtung die Vielfalt als große Chance. Wir möchten den Jungen und Mädchen die Möglichkeit geben, sich individuell zu entwickeln und zusätzlich unterschiedliche Kulturen und Religionen kennenzulernen.

Im alltäglichen Zusammenleben ist uns das Entstehen eines Gemeinschaftsgefühls sehr wichtig. Bestimmte Werte, wie sich in den anderen einzufühlen, gegenseitige Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren sowie sensibel für Bedürfnisse der anderen zu sein, haben einen großen Stellenwert für uns.

Rituale und religionspädagogische Angebote

Unter der Leitung des zuständigen Pfarrers feiern wir kindgerechte Gottesdienste.
Interessierte Kinder besprechen religiöse Themen unter religionspädagogischer Anleitung ausführlich, und gestalten den Gottesdienst.
Christliche Feste, wie Erntedank, Weihnachten und Ostern, begehen wir in einem größeren Rahmen mit Eltern und Familienangehörigen in der Kirche mit der Unterstützung des Pfarrers.
Im Erleben dieser Rituale möchten wir den Kindern in einer angenehm gestalteten Atmosphäre Gemeinschaftsgefühl vermitteln. Christliche Werte begleiten uns im Alltag.